Im Zweifelsfall für die Wirtschaft? Bergführer HELI PUTZ, der den Klettersteig mit Unterstützung einer Sportartikelfirma erbaute, rechtfertigt sein Tun mit Argumenten, die in den späten siebziger frühen achtziger Jahren Boom hatten: Arbeitsplätze einer maroden Liftgesellschaft in der Nähe würden gesichert. Die Bergführer hätten im Salzkammergut ein neues Betätigungsfeld für den Sommertourismus. Verlorengegangene Touristen würden wieder zurückgewonnen. Das sind schallende Ohrfeigen eines kurzsichtigen Fortschrittswahns, bohrende Symptome der Erschließungs- und Wachstumsspirale. Zeichen einer "Fun-und-Event-Gesellschaft", die das Festigen von Lebensstandards als Rückschritt ansieht. "PAUL PREUSS würde sich im Grab umdrehen!" sagen Kritiker des Projektes. Als einer der schärfsten Kritiker dieses Projektes positioniert sich REINHOLD MESSNER, der das kulturelle und alpinsportliche Erbe von PAUL PREUSS gefährdet sieht: "Unsere Aufgabe ist die Pflege des kulturellen Erbes ebenso wie die Aktivität in den Bergen. Jede weitere Infrastruktur aber – ob Seilbahn oder Klettersteig – ist kontraproduktiv. Wie sollen die nächsten Generationen PAUL PREUSS verstehen, wenn wir seine Kletterrouten demolieren, um sie den Massen zugänglich zu machen? Bitte haltet inne, ehe es zu spät ist! Entrüstet und enttäuscht über diese Nachricht, rufe ich alle Bergsteiger, den Österreichischen Alpenverein, die lokalen Fremdenverkehrsverbände und die Behörden auf, dieses Sakrileg zu unterlassen". Ordnung im alpinen Raum Auch der Österreichische Alpenverein plädiert für die Entfernung des umstrittenen Klettersteiges. Die Schaffung einer neuen alpinen Raumordung im Bergsport soll der gefährlichen Wachstums- und Erschließungsspirale entgegenwirken. Klettersteige sollen dabei ebenso ihren Platz haben wie "Plaisir-Routen"(gut gesicherte Routen für sogenannte "Genusskletterer") und Bohrhaken, aber eben nicht überall und ohne Konzepte. Der Bergsport lebt – wie kaum eine andere Sportart – von der Interaktion des Menschen mit der Natur: "Der Mensch ist Teil der Natur und nicht ihr grundsätzlicher Gegner", sagt ROBERT RENZLER. << zurück |