Der Mediziner OSWALD ÖLZ, erinnert sich an die Tragödie mit seinem Kletterpartner auf dem Mount Kenya: "Gert schrie in Panik und rasend vor Schmerz. Beim Hinabklettern fand ich als erstes ein Stück seines Schienbeinknochens von der Größe einer Streichholzschachtel. Er nannte mir seine drei Möglichkeiten, an dieser Stelle zu sterben - durch Schock und Verblutung, Erfrieren oder Fettembolien. Es war realistisch. Nur wenn ich ganz schnell Hilfe bringen könne, sehe er eine Möglichkeit zu überleben. Ich sah keine. Sollte er die ersten Stunden oder Tage überleben, so war trotzdem kaum Hoffnung, ihn lebendig an den Fuß des Berges zu bringen. Aber bis er tot war konnten wir zumindest noch was tun."
Ölz erscheint ein glückliches Ende außerhalb jeder Reichweite: "Gert erzählte mir, dass er letzte Nacht erwartet hatte zu sterben, und er meinte, wie schrecklich es doch sei, dass Sterben so lange dauere. Ich ertappte mich bei der Hoffnung, dass Gert endlich sterben würde, da wir ihn ja sowieso nicht lebendig von diesem Berg herunterbringen konnten. Unsere Moral erreichte den absoluten Tiefpunkt."
Beim Versuch mit einem Helikopter zu helfen, stürzt dann Pilot Jim Hastings ab und stirbt an der Unfallstelle. Trotz der aussichtslosen Situation kämpfen Ölz und einheimische Bergsteiger tagelang um das Leben Judmaiers: "Das war das intensivste Lebensgefühl, das ich je empfunden hatte, und irgendwann würden wir hier herauskommen."
In einer aufwändigen und einzigartigen transkontinentalen Rettungskette durch die Elite des Tiroler Bergrettungsdienstes (Horst Bergmann, Werner Haim, Walter Larcher, Raimund Margreiter, Kurt Pittracher und Walter Spitzenstätter) kann der schwer Verletzte und nach sieben Tagen Qual im Biwak noch immer lebende Kletterer aus den Felswänden des Mount Kenya geborgen werden. Seine Retter waren gerade aus dem Himalaya nach Österreich zurückgekehrt und zögerten keinen Augenblick, sich sofort auf den Weg nach Afrika zu machen.
Unglaubliche 54 Stunden nach ihrem Start in Innsbruck treffen die bestens akklimatisierten Retter an der Unfallstelle im Gipfelbereich des Mt. Kenya ein und bergen Judmaier. Die Tageszeitung East African Standard schreibt über die Einsatzbereitschaft des Teams und über die Nervenstärke von Oswald Ölz: "Kenya Salutes this Hero among Heroes!"
GERT JUDMAIER heute: "In Dankbarkeit denke ich an die einheimischen Helfer und die Retter aus Tirol, die mir ein zweites, glückliches Leben geschenkt haben." Gerts Vater FRITZ JUDMAIER findet ergreifende Worte für den Piloten Hastings: "Ich verneige mich in tiefer Ehrfurcht vor diesem jungen Menschen, der für jemanden, den er gar nicht kannte, sein Leben eingesetzt hat. Sein Name wird in unserem Hause nie vergessen."
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